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Schwitzen & Hyperhidrose

Schwitzen ist ein natürlicher und unverzichtbarer Vorgang. Denn egal ob beim Sport, in der Sauna oder im Hochsommer – durch die Schweißbildung werden Temperaturunterschiede ausgeglichen und Wärme wird nach außen abgeleitet. Doch Schwitzen kann auch übermäßig stark ausgeprägt sein. Experten sprechen in diesem Zusammenhang von Hyperhidrose. Lesen Sie hier über den natürlichen Vorgang des Schwitzens, das Krankheitsbild Hyperhidrose und was wirklich hilft, um die Schweißbildung zu regulieren.

Schwitzen: Gesund und lebenswichtig

Wussten Sie, dass der Mensch kontinuierlich schwitzt? Tatsächlich produzieren unsere Schweißdrüsen unbemerkt etwa einen halben Liter Schweiß pro Tag.1 Und das ist gut so! Denn die Schweißbildung dient der Wärmeregulation und ist daher ein unverzichtbarer Vorgang. Wenn die salzhaltige Flüssigkeit verdunstet, entsteht ein angenehmer Kühlungseffekt.

Dabei sind es vor allem die sogenannten ekkrinen Drüsen, die beim Schwitzen auf Hochtouren arbeiten. Insgesamt besitzen wir etwa zwei bis drei Millionen dieser Hautöffnungen, die sich auf der gesamten Oberfläche des Körpers verteilen. Die meisten dieser Schweißdrüsen sitzen im Bereich der Achseln, Handinnenflächen und Fußsohlen.2 Vor allem der Botenstoff Acetylcholin ist es, der die ekkrinen Drüsen „aktiviert“. Die Freisetzung dieses Neurotransmitters wird durch das sympathische Nervensystem gesteuert, das vor allem in Stresssituationen oder bei starker Anstrengung angeregt wird.
Bei Angst oder Nervosität wiederum wird vermehrt Adrenalin gebildet, das die appokrinen Drüsen stimuliert.

So erklärt sich auch, dass wir nicht nur bei körperlicher Anstrengung und starker Hitze, sondern auch in psychisch angespannten Situationen mit vermehrter Schweißbildung reagieren. Fest steht: In feuchter, warmer Umgebungsluft können es mehrere Liter Wasser pro Tag sein, die wir mit dem Schweiß abgeben.3

Interessant: Frisch gebildeter Schweiß riecht neutral. Erst, wenn der Schweiß trocknet und von den natürlichen Bakterien auf der Haut zersetzt wird, entsteht der unangenehme Schweißgeruch durch Bildung der „ranzig riechenden“ Buttersäure.

Ebenfalls wissenswert: Wie stark wir schwitzen, ist individuell sehr unterschiedlich. Hier spielen verschiedene Faktoren wie zum Beispiel Übergewicht oder Ernährung eine wichtige Rolle. Auch hormonelle Einflüsse sind zu nennen. So sind regelrechte Schweißausbrüche in den Wechseljahren (Hitzewallungen) keine Seltenheit.

Mittel gegen Schwitzen

Was tun gegen Schwitzen? Um die Schweißbildung zu begrenzen und unangenehmen Schweißgeruch zu bekämpfen, steht heute eine große Anzahl von Mitteln gegen Schwitzen zur Verfügung.

Geeignet sind Antitranspirantien und Deodorants, die heute in vielfältigen Darreichungsformen (z. B. Pumpsprays, Puder, Roller) erhältlich sind. Ausgewählte Produkte kombinieren auch die Eigenschaften von Antitranspirantien und Deodorants.

  • Antitranspirantien
    • Mit Aluminiumsalzen
    • Regulieren die Schweißbildung (stoppen die Schweißsekretion)
  • Deodorants
    • Kein Einfluss auf die Schweißsekretion
    • Ziel: Verhinderung des unangenehmen Schweißgeruchs durch verschiedene Mechanismen
      • Bekämpfung der Bakterien, die den Schweiß zersetzen und somit den Geruch indirekt verantworten (Inhaltsstoffe z. B. Triclosan, Farnesol oder Chlorhexidin-Verbindungen)
      • Bindung der unangenehm riechenden, flüchtigen Verbindungen (z. B. Zink-Ricinololeat)
      • Überdecken des Schweißgeruchs durch bestimmte Duftstoffe

Wichtig bei empfindlicher Haut: Nutzen Sie Antitranspirantien und Deodorants, die frei von Alkohol und Duftstoffen sind!

Weitere Tipps gegen Schwitzen

Wer zusätzlich etwas zur Regulation der Schweißbildung tun möchte, kann im Alltag einige einfache Tipps befolgen. Dazu zählen:

  • Verzicht auf Alkohol und Kaffee sowie auf schwarzen Tee und eiskalte Getränke
  • Entspannungsverfahren wie zum Beispiel autogenes Training
  • Vermeidung stark gewürzter, scharfer Speisen
  • Regelmäßige körperliche Bewegung (Ausdauersport)
  • Regelmäßige Wechselduschen
  • Luftdurchlässige Kleidung, keine synthetischen Materialien
  • Ggf. Abbau von Übergewicht

Extra-Tipp: Als Hausmittel gegen Schwitzen hat sich Salbeitee bewährt.

Hyperhidrose: Übermäßiges, starkes Schwitzen

Ungewöhnlich starke Schweißbildung wird in Fachkreisen als Hyperhidrose bezeichnet (gr. Hyper = über; hidros = Wasser, Schweiß). Die Ursachen sind noch nicht abschließend geklärt – sowohl eine genetische Veranlagung als auch weitere Faktoren scheinen eine Rolle zu spielen (siehe Info-Box). Schätzungen zufolge sind in Deutschland rund 16 Prozent der Bevölkerung betroffen. Doch nur etwa jeder vierte Betroffene sucht aufgrund der Beschwerden einen Arzt auf.4

Vor diesem Hintergrund wird deutlich: Übermäßiges, starkes Schwitzen ist immer noch ein Tabuthema, über das niemand gerne spricht. Umso stärker ist oft der Leidensdruck für die Betroffenen.

Hyperhidrose: Symptome

Hier haben wir die wichtigsten Symptome bei Hyperhidrose für Sie zusammengestellt:

  • Anfallsartiges, starkes Schwitzen vor allem im Bereich von Kopf, Handflächen, Achselhöhlen und Fußsohlen (mehrmals in der Woche bis mehrmals am Tag)
  • Extrem starke Schweißbildung auch bei „geringfügigen“ Anlässen (z. B. etwas wärmere Temperaturen, Gefühlsregungen etc.) oder ganz ohne Auslöser
  • Schweißperlen, Schweiß fließt herab

Betroffene mit Hyperhidrose neigen darüber hinaus zu depressiver Verstimmung und Ängsten und tendieren häufig dazu, sich mehr und mehr zurückzuziehen.

Eine frühzeitige, gezielte Behandlung kann diesen Teufelskreis unterbrechen!

Hyperhidrose: Behandlung

Bei einer sekundären Hyperhidrose, die sich als Folge einer Grunderkrankung eingestellt hat, gilt es, die bestehende Krankheit gezielt zu behandeln.

Weitere Behandlungs-Bausteine, die bei Hyperhidrose im Allgemeinen zum Einsatz kommen können, sind:

  • Antitranspirantien mit Aluminiumchlorid (z. B. als Roll-On Stift, Gel oder Pulver)
  • Antitranspirantien mit dem Wirkstoff Methenamin (Salben)
  • Hochdosierter Salbeiextrakt (Tabletten)
  • Leitungswasser-Iontophorese (Behandlung mit schwachem Gleitstrom – v.a. bei Schweißhänden und Schweißfüßen geeignet)
  • Entspannungsverfahren (z. B. Autogenes Training)
  • Medikamente gegen Schwitzen (z. B. Tabletten mit Anticholingerika wie Methanteliniumbromid)

Botox gegen Schwitzen

Sollten sich die Beschwerden trotz der eingeleiteten Maßnahmen nicht verbessern, kann auch die Injektion von Botox (Botulinumtoxin A) in die jeweiligen Körperareale als Therapie-Option in Frage kommen. Auf diese Weise wird die Ausschüttung von Acetylcholin und damit auch die Ursache für das Schwitzen blockiert.

Wichtig dabei ist die regelmäßige Auffrischung der Behandlung. Lassen Sie sich dazu von Ihrem Hautarzt beraten.

Hyperhidrose: Operation

Als letzte Option zur Behandlung von Hyperhidrose steht die operative Schweißdrüsenentfernung.

Während früher ganze Hautareale mit Schweißdrüsen chirurgisch entfernt wurden bzw. die Schweißdrüsen „abgesaugt“ oder herausgeschnitten wurden, ist man heute eher dazu übergegangen, den Sympathikusnerv im entsprechenden Areal zu blockieren.

Wichtig: Lassen Sie sich vor dem Eingriff ausführlich beraten, welche Methode in Ihrem individuellen Fall geeignet ist. Auch eine ausführliche Aufklärung über mögliche Risiken ist unverzichtbar.

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Mehr erfahren

Hier finden Sie den gesamten Artikel als PDF zum Download

1 DIE PTA IN DER APOTHEKE | November 2010: Wenn Schwitzen zur Krankheit wird
2 Ebd.
3 Die PTA in der Apotheke 33 (2004), Heft 7 53
4 Der Hausarzt 18/2013